

Priscilla Mignon Roeck
Kunst ist für mich Perspektivenwechsel, die Oszillation zwischen verschiedenen Wahrnehmungsebenen und Seinszuständen. Ich möchte Seinsweisen entdecken, aufdecken und verhüllen. Ich glaube an Wandel und an die Bedeutung Wandelbarkeit innerhalb von Gesellschaften. Mein Medium ist mein Körper. Ich arbeite transdisziplinär, mit Objekten, mit Stimme und Worten, und in Bezug auf meinen Hintergrund in der Kulturwissenschaft. Im Zentrum steht die Begegnung mit Dinghaftigkeit. Meine Rolle als Künstlerin ist es, innere und äußere Landschaften zu beleuchten, die in unserer gegenwärtigen Zeit von Belang sind. Durch Kunst möchte ich Menschen zusammenbringen und anregen – sie zu kollektiven Momenten der Stille und Reflexion einladen. Freude und Vertrauen sind grundlegende Prinzipien, die meiner Arbeit zugrunde liegen.
Wenn ich improvisiere, will ich - losgelöst von normativem Verhalten und - entgegen eingeschriebener, einverleibter sozialer Choreografie - zu Bewegungen finden. Was ich in der Improvisation erreichen will, ist, im Moment offen zu sein, für das immer Werdende, zugleich Seiende, nie Bleibende. Improvisation ist Übung, sich dem Unbekannten auszusetzen und dem Nicht-Wissen zu vertrauen. Meine künstlerische Arbeit ist von der Absicht bestimmt, die Welt und mich in ihr zu verstehen. Ich will tanzend lernen, wie ich mit der Welt umgehe: Es bedeutet phantasievoll Denken und mit anderen in Verbindung kommen. Dabei kann ich Staunen, Stille, Dunkelheit erfahren. Kunst ist für mich fortwährender Perspektivenwechsel. Darin besteht für mich die Poesie des Lebens.
Als Tanzvermittlerin arbeite ich vorwiegend in diversen Kontexten - mit allen Altersgruppen, von Kindern im Kindergarten bis zu Senioren und Seniorinnen. Ich arbeite partizipativ und co-kreativ. Ich arbeite partizipativ und will Teilnehmerinnen und Teilnehmer selbst zu Kreativität anregen. Es begeistert mich, über Tanz und Bewegung, das Individuum, den Menschen, zum Vorschein zu bringen und Techniken für Präzision im freien, kreativen Ausdruck über den Körper zu vermitteln. Tanz kann sozialen Wandel bewirken. Tanz ist für mich eine Geisteshaltung. Ich wirke an der Schnittstelle zwischen Kunst und Gesellschaft, in meiner Rolle auf der Bühne und in meiner Rolle als Vermittlerin im Unterricht.


